Arzt-Patienten-Gespräch
Das Arzt-Patienten-Gespräch ist nach wie vor bei vielen Erkrankungen für eine richtige Diagnose unbedingt erforderlich. Die Erhebung der Vorgeschichte sollte am Anfang eines Arzt-Patienten-Kontaktes stehen. Im Rahmen dieses Gespräches sollte geklärt werden:
- welche Beschwerden vorliegen
- wann sind die Beschwerden erstmals aufgetreten und wie haben sie sich bemerkbar gemacht (ob dauernd oder nur zu bestimmten Zeiten)
- Verhalten der Beschwerden bei und nach körperlicher Belastung und ob diese in letzter Zeit zugenommen haben
- Medikamente und deren Wirksamkeit
- Risikofaktorenprofil einschließlich einer eventuellen familiären Belastung für arteriosklerotische Gefäßerkrankungen
- sind in der Familienvorgeschichte bereits Herzinfarkte, Schlaganfälle, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Fettstoffwechselstörungen bekannt
- besondere psychische Belastungen im Beruf sowie im familiären und privaten Umfeld
- Körperbefindlichkeiten wie Appetit, Stuhlgang, Wasserlassen, Durst, Schlaf, aber auch Alkohol-, Nikotin- und Kaffeekonsum
- körperliche Leistungsfähigkeit und sportliche Betätigung
- Periode oder Wechseljahre bei Frauen sowie insbesondere auch die Einnahme von Verhütungsmitteln oder Hormonsubstitution mit Östrogenen/Gestagenen
Die Informationen, die der Arzt auf Grund dieses Gespräches gewinnt, stellen wichtige Entscheidungsgrundlagen für das weitere Vorgehen in Diagnostik und Therapie dar.
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Symptome: Angina Pectoris
Eine Angina pectoris (Brustenge, Herzschmerz) kann ausgelöst werden, wenn durch eine fortgeschrittene Verengung der Herzkranzgefäße der Blutfluss deutlich behindert wird. Die Blutversorgung des von dem verengten Gefäß abhängigen Herzmuskelbereiches ist nicht mehr ausreichend gewährleistet. In Ruhe reicht die Durchblutung wegen des geringen Sauerstoff- und Nährstoffbedarfes meist noch aus. Bei körperlichen Anstrengungen mit erhöhtem Sauer- und Nährstoffbedarf kann jedoch wegen der fehlenden Zunahme des Blutflusses in Folge dieser Engstelle eine Angina pectoris (Herzschmerzen mit Engegefühl in der Brust und Ausstrahlung in den linken Arm oder auch in den Hals- und Kieferbereich) auftreten. Die Angina pectoris tritt daher typischerweise meist unter oder unmittelbar nach körperlicher Anstrengung für einige Minuten auf. Nicht bei jedem Menschen stellt sich eine Angina pectoris hinsichtlich ihres Beschwerdebildes typisch dar. Die Angina pectoris kann sich auch als ein Brennen hinter dem Brustbein äußern. Bei manchen Menschen verbirgt sich die Angina pectoris auch hinter belastungsabhängigen Bauchschmerzen.
Die Folge: Herzinfarkt
Wird ein arteriosklerotisch verändertes Herzkranzgefäß durch ein Blutgerinnsel komplett verschlossen, so tritt ein Herzinfarkt ein. Beim Herzinfarkt kommt es zu einem mehr oder weniger vollständigen Durchblutungsstopp in dem betroffenen Herzkranzgefäß. Die zugehörigen Herzmuskelbezirke werden nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es kommt dadurch zu einem Funktionsverlust dieser Bezirke und später zu ihrem Absterben (Infarkt).
In der Regel zeigt sich ein Herzinfarkt mit typischen Symptomen:
- lang anhaltende (über 5 Minuten) schwere Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer, Oberbauch ausstrahlen können
- starkes Engegefühl und heftiger Druck im Brustkorb
- die Brustschmerzen oder die starke Brustenge gehen häufig mit Vernichtungsgefühl bis hin zur Todesangst einher
- zusätzlich können Luftnot, Übelkeit und Erbrechen auftreten, wobei diese bei Frauen nicht selten alleinige Alarmzeichen sind
- weitere Hinweise für einen Herzinfarkt sind ein Schwächeanfall bis hin zu Bewusstlosigkeit sowie blasse fahle Gesichtsfarbe mit kaltem Schweiß
Die Lage des Herzinfarktes sagt im Allgemeinen nichts über die Heilungsaussichten aus; vielmehr ist die Größe des Herzinfarktes dafür entscheidend.
